Darf ich neben meinem Job ein Business haben?
In Deutschland ja, in den allermeisten Fällen. Eine Nebentätigkeit ist durch die Berufsfreiheit geschützt, und eine allgemeine gesetzliche Pflicht, sie deinem Arbeitgeber zu melden, gibt es nicht. Prüfen musst du trotzdem drei Dinge: was in deinem Arbeitsvertrag steht, ob du deinem Arbeitgeber Konkurrenz machst und ob du verbeamtet bist oder im öffentlichen Dienst arbeitest.
Was in deinem Arbeitsvertrag stehen kann
Viele Arbeitsverträge enthalten eine Klausel zu Nebentätigkeiten. Meist steht dort, dass du eine Nebentätigkeit vorher anzeigen oder genehmigen lassen musst. Ein pauschales Verbot jeder Nebentätigkeit ist in der Regel unwirksam, eine Anzeigepflicht dagegen musst du einhalten.
Dein Arbeitgeber darf eine Nebentätigkeit nur ablehnen, wenn seine berechtigten Interessen darunter leiden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn du ihm Konkurrenz machst oder deine Arbeitsleistung spürbar schlechter wird.
Mein Tipp: Steht in deinem Vertrag eine Anzeigepflicht, schreib deinem Arbeitgeber eine kurze, sachliche E-Mail. Zwei Sätze reichen, zum Beispiel: „Ich starte nebenberuflich ein kleines Online-Business im Bereich Social Media. Es berührt meine Arbeit bei Ihnen nicht und findet ausschließlich in meiner Freizeit statt.“
Keine Konkurrenz zu deinem Arbeitgeber
Solange dein Arbeitsverhältnis besteht, darfst du deinem Arbeitgeber keine Konkurrenz machen. Das folgt aus der allgemeinen Treuepflicht, für kaufmännische Angestellte steht es zusätzlich in § 60 HGB.
Arbeitest du zum Beispiel in einer Werbeagentur und bietest nebenbei Social-Media-Betreuung für Firmen an, wird es heikel. Ein Online-Business in einem ganz anderen Bereich ist dagegen in aller Regel unproblematisch.
Dein Hauptjob darf nicht darunter leiden
Du arbeitest an deinem Business in deiner Freizeit, nicht in der Arbeitszeit und nicht mit Geräten deines Arbeitgebers. Im Urlaub darfst du nichts tun, was dem Erholungszweck widerspricht (§ 8 Bundesurlaubsgesetz), und während einer Krankschreibung nichts, was deine Genesung verzögert.
Klingt streng, ist im Alltag aber selten ein Problem: Eine Stunde am Abend für Videos und Nachrichten fällt nicht darunter.
Beamte und öffentlicher Dienst
Hier gelten strengere Regeln. Beamtinnen und Beamte brauchen für viele Nebentätigkeiten eine Genehmigung oder müssen sie zumindest anzeigen. Im öffentlichen Dienst nach TVöD musst du eine Nebentätigkeit vorher schriftlich anzeigen.
Bist du verbeamtet oder arbeitest im öffentlichen Dienst, frag deshalb vorher bei deiner Dienststelle oder Personalabteilung nach. Das ist der sicherste Weg.
Kurz zu Steuern und Versicherung
Gewinne aus deinem Business sind steuerpflichtig und gehören in deine Steuererklärung. Als Angestellte oder Angestellter bleiben Nebeneinkünfte bis 410 Euro im Jahr steuerfrei, darüber zahlst du ganz normal Einkommensteuer auf den Gewinn.
Deine Krankenversicherung läuft weiter über deinen Job, solange dein Hauptberuf zeitlich und finanziell klar überwiegt. Sobald du regelmäßig verkaufst oder Provisionen bekommst, brauchst du außerdem ein Gewerbe. Wie das geht, steht im Artikel Gewerbe anmelden in 30 Minuten.
Häufige Fragen
Muss ich meinem Chef sagen, dass ich ein Business habe?
Nur wenn dein Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag eine Anzeigepflicht enthält oder du verbeamtet bist. Eine allgemeine gesetzliche Meldepflicht gibt es nicht.
Kann mein Arbeitgeber mir ein Nebenbusiness verbieten?
Ein pauschales Verbot ist in der Regel unwirksam. Ablehnen darf er nur, wenn seine berechtigten Interessen leiden, etwa bei Konkurrenz oder wenn deine Arbeit spürbar schlechter wird.
Darf ich in der Mittagspause an meinem Business arbeiten?
Die Mittagspause ist Freizeit, kurze Dinge wie eine Nachricht beantworten sind unproblematisch. Nutze dafür aber dein eigenes Handy und nicht den Rechner oder das WLAN deines Arbeitgebers.
Celine Geipel zeigt auf Instagram und TikTok als digital.mit.celine, wie man sich mit KI als Werkzeug ehrlich und ab null etwas Eigenes aufbaut. Mehr über mich
Das könnte dich auch interessieren
Gewerbe anmelden für dein Online-Business: So geht's in 30 Minuten
So meldest du ein Gewerbe für dein Online-Business oder Social Media an: Gewerbeamt online, Kosten, Fragebogen in ELSTER und Kleinunternehmerregelung, Schritt für Schritt.
3 Fehler, die fast jeder beim Start eines Online-Business macht
Die drei häufigsten Fehler beim Start eines Online-Business: zu viele Plattformen, nur verkaufen, zu früh aufgeben. Und was du stattdessen machst.
Du willst dir etwas Eigenes aufbauen?
In meinem kostenlosen Erklärvideo zeige ich dir in rund 30 Minuten, wie mein System „Verlasse die Matrix“ aufgebaut ist, was du dafür tust und was nicht.
Kostenloses Erklärvideo ansehenWerbung für mein eigenes Angebot. Kein Einkommensversprechen.