Gewerbe anmelden für dein Online-Business: So geht's in 30 Minuten
Du meldest dein Gewerbe beim Gewerbeamt deiner Stadt oder Gemeinde an, meistens geht das online. Du brauchst deinen Ausweis, die Gebühr liegt je nach Ort meist zwischen 20 und 60 Euro. Danach füllst du in ELSTER innerhalb eines Monats den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus. Bleibst du beim Umsatz unter 25.000 Euro im Jahr, kannst du die Kleinunternehmerregelung wählen.
Brauche ich überhaupt ein Gewerbe?
Sobald du dauerhaft und mit der Absicht, Geld zu verdienen, etwas verkaufst, Werbung machst oder Provisionen bekommst, brauchst du in der Regel ein Gewerbe. Das gilt auch für Affiliate-Marketing und bezahlte Kooperationen auf Social Media.
Ausnahmen sind die sogenannten freien Berufe, zum Beispiel Autorinnen, Künstler oder Lehrende. Sie melden sich nur beim Finanzamt an. Bist du unsicher, ruf kurz beim Gewerbeamt an, die Auskunft ist kostenlos.
Schritt 1: Die Gewerbeanmeldung
Such auf der Website deiner Stadt oder Gemeinde nach „Gewerbeanmeldung“. In den meisten Orten kannst du das Formular online ausfüllen und mit dem Online-Ausweis oder einem hochgeladenen Ausweisfoto absenden.
- Tätigkeit: Beschreib sie kurz und vollständig, zum Beispiel „Online-Marketing und Vermittlung digitaler Produkte (Affiliate-Marketing), Erstellung von Social-Media-Inhalten“.
- Nebenerwerb: Hast du einen Hauptjob, kreuzt du „Nebenerwerb“ an.
- Beginn: Trag das Datum ein, an dem du startest. Anmelden musst du das Gewerbe spätestens mit dem Beginn der Tätigkeit.
- Gebühr: Je nach Ort meist zwischen 20 und 60 Euro.
Schritt 2: Der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung
Das Gewerbeamt informiert das Finanzamt, trotzdem musst du selbst den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ausfüllen. Das geht nur online über ELSTER, und zwar innerhalb eines Monats nach dem Start.
Hast du noch kein ELSTER-Konto, plan ein paar Tage ein: Der Aktivierungscode kommt per Post. Im Fragebogen schätzt du deinen Umsatz und Gewinn für das erste Jahr. Schätz ehrlich und lieber vorsichtig, das Finanzamt richtet danach eventuelle Vorauszahlungen aus.
Die Steuernummer kommt danach per Post, das dauert oft mehrere Wochen. Du darfst in der Zwischenzeit schon loslegen.
Die Kleinunternehmerregelung
Seit 2025 gilt: Lag dein Umsatz im Vorjahr bei höchstens 25.000 Euro und liegt er im laufenden Jahr bei höchstens 100.000 Euro, kannst du die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG wählen. Dann weist du auf deinen Rechnungen keine Umsatzsteuer aus und sparst dir die Umsatzsteuer-Voranmeldungen.
Der Haken: Du kannst dir dann auch keine Vorsteuer aus deinen eigenen Einkäufen zurückholen. Für die meisten, die klein und nebenberuflich starten, ist die Regelung trotzdem die einfachste Wahl.
Was danach kommt
- IHK: Mit dem Gewerbe wirst du automatisch Mitglied der Industrie- und Handelskammer. Als kleines Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag zahlst du keinen Beitrag, solange dein Gewinn unter 5.200 Euro im Jahr bleibt.
- Gewerbesteuer: Für Einzelunternehmen gilt ein Freibetrag von 24.500 Euro Gewinn im Jahr. Darunter fällt keine Gewerbesteuer an.
- Konto: Ein eigenes Konto für dein Business ist keine Pflicht, macht deine Buchhaltung aber deutlich einfacher.
- Impressum: Sobald du geschäftlich auf Instagram oder TikTok auftrittst, brauchst du ein Impressum, zum Beispiel über deine Link-Seite.
Häufige Fragen
Was kostet eine Gewerbeanmeldung?
Je nach Stadt oder Gemeinde meist zwischen 20 und 60 Euro. Der Fragebogen beim Finanzamt ist kostenlos.
Kann ich ein Gewerbe neben meinem Job anmelden?
Ja, als Nebenerwerb. Was du dabei mit deinem Arbeitgeber klären solltest, steht im Artikel Business neben dem Job.
Was passiert, wenn ich am Anfang nichts verdiene?
Nichts Schlimmes. Du gibst die Zahlen in deiner Steuererklärung an. Merkst du, dass es nichts für dich ist, kannst du das Gewerbe jederzeit wieder abmelden.
Gilt das auch in Österreich und der Schweiz?
Nein, dieser Artikel gilt für Deutschland. In Österreich und der Schweiz sind Anmeldung, Grenzen und Steuern anders geregelt.
Celine Geipel zeigt auf Instagram und TikTok als digital.mit.celine, wie man sich mit KI als Werkzeug ehrlich und ab null etwas Eigenes aufbaut. Mehr über mich
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